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MY CORE
Davids Schlüssel zur Welt                                 

David ist 9 Jahre alt. Er hat Down Syndrom - und ist eigentlich ganz fit; interessiert an seiner Umwelt, er liebt Bücher, puzzelt gerne und möchte immer gerne ans ipad - Mine Craft spielen wie sein großer Bruder. Ein fast normaler Junge - aber: Er leidet unter einer verbalen Dyspraxie, d.h. er versteht zwar sehr viel, hat einen großen passiven Wortschatz, aber er kann kaum sprechen.

 

Das bedeutet: David kann uns nicht erzählen, wie sein Tag in der Schule war, er kann seinen Mitschülern auch nicht mitteilen, was er in den Ferien erlebt hat, oder einfach, was seine Wünsche und Bedürfnisse sind. In der Vergangenheit haben wir uns mit Gebärden geholfen, mit ein- bis zwei-Wort-Sätzen. Wer aber David kennt, weiß, dass er nur einen Bruchteil seiner inneren Welt mit anderen teilen kann. Er ist ausgegrenzt.

 

Mich als Mutter hat das oft sehr traurig gemacht. David ist seit Jahren in logopädischer Behandlung, Fortschritte gibt es nur langsam. Im Frühjahr war mein Leidensdruck wieder einmal besonders groß, weshalb wir uns entschlossen haben, einen neuen Weg einzuschlagen.

 

Ich wusste, dass es UK per Computer gibt und habe deshalb einen Beratungstermin mit RehaMedia organisiert. Da David inklusiv beschult wird, war es mir wichtig, die Schule von Anfang an mit ins Boot zu nehmen. Dank der Offenheit der Lehrer wurde ein Termin mit RehaMedia in der Schule realisiert. David wurden mehrere Geräte gezeigt, er reagierte dank seiner Begeisterung für Technik sofort interessiert. Nach eingehender Beratung entschieden wir uns für den MyCore, weil sowohl die differenzierte symbolgestützte Nutzung als auch die Möglichkeit sprachgestützt Wörter zu schreiben für David für seinen Entwicklungsstand als sinnvoll erschienen. Er kennt z.B. alle Buchstaben, hat aber Probleme mit dem synthetisieren - klar, wenn er auch sonst kaum sprechen kann.

 

Wir stellten mit Unterstützung von Kinderarzt, Schule und Logopäden einen Antrag bei der Krankenkasse. Uns wurde zunächst eine dreimonatige Probephase genehmigt.

 

Mit Start ins neue Schuljahr begann die Einführungsphase. RehaMedia schulte Lehrer, Logopädin, I-Helfer und uns Eltern, wie wir das Gerät einsetzen können. Wo gibt es Situationen, in denen der Einsatz von MyCore sinnvoll ist? Was üben wir mit David am Gerät?...

 

In Absprache mit der Logopädin begannen wir beim Einsatz des Gerätes mit einfachen Subjekt-Verb-Sätzen. Von Anfang an zeigte David große Motivation sich sprachlich auszudrücken. Und mit der Bedienung des Gerätes war er innerhalb kürzester Zeit vertraut. Auch den Aufbau der Wortfelder überblickte er schnell.

 

Zuhause nutzen wir den MyCore, wenn es z.B. um den Ausdruck von Bedürfnissen geht. Früher sagte David z.B. "Eis" -  wir Eltern wussten, er möchte ein Eis essen. Mit Hilfe des Gerätes hat David gelernt einen Satz zu bilden: "Ich möchte Eis essen."

 

In der Schule wird Davids Stundenplan mit Piktogrammen strukturiert. Mit MyCore besteht nun die Möglichkeit, was geplant ist auch auszusprechen, z.B. "Ich gehe schwimmen". David wird animiert selbst zu sprechen, was er immer mehr tut und sagt z.B: "Ich baden".

 

Ein weiterer Vorteil zeigt sich beim Lesenlernen. Davids Klasse ist Jahrgangsstufen-übergreifend. Eine Erstklässlerin liest lautgetreue Worte mit Karten, auf deren Rückseite das Wort im Bild dargestellt ist. David gibt das Wort in das MyCore-Gerät Buchstabe für Buchstabe in das Gerät ein und er hört wie es lautgetreu ausgesprochen wird. Inzwischen beginnt er selbst einfache Worte zu synthetisieren.

 

Durch das UK-Gerät sehe ich bei David eine große Motivation mehr und vor allem differenzierter zu kommunizieren. Vor kurzem kam er z.B. nach Hause und zeigte mir, was er in der Schule erarbeitet hatte: Sein erstes Kurzreferat, das er im Klassenkreis mit Hilfe des MyCore gehalten hat, über die Feldmaus. Er war so stolz - und ich glücklich!